Literatur zu Vulnerabilität in der Krise

Internetnutzung von Menschen in der zweiten Lebenshälfte während der Corona-Pandemie: Soziale Ungleichheiten bleiben bestehen
Beschreibung
Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte, die seit 1996 durchgeführt wird. Im Juni und Juli 2020 wurde im Rahmen des DEAS eine postalische Kurzbefragung zur Corona-Krise durchgeführt. Im Mittelpunkt standen Veränderungen in verschiedenen Lebensbereichen, welche die Pandemie für Menschen in der zweiten Lebenshälfte mit sich gebracht hat. Im Jahr 2020 verfügen mehr Menschen in der zweiten Lebenshälfte über einen Internetzugang als 2017. Zwischen 2017 und 2020 ist der Anteil von Menschen, die Zugang zum Internet haben, um etwa vier Prozentpunkte gestiegen: von 82,6 Prozent im Jahr 2017 auf 86,4 Prozent im Jahr 2020. Der Anstieg ist in der Altersgruppe der 61bis 75-Jährigen am stärksten ausgeprägt. Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen beim Zugang zum Internet bleiben bestehen. Sowohl im Jahr 2017 als auch im Jahr 2020 haben ältere Menschen ab 76 Jahren anteilig wesentlich seltener Zugang zum Internet als Menschen im mittleren Erwachsenenalter (46 bis 75 Jahre). Auch Geschlechter- und Bildungsunterschiede sind seit 2017 bestehen geblieben: Frauen haben auch im Jahr 2020 anteilig seltener Zugang zum Internet als Männer und Menschen mit niedriger Bildung seltener als Menschen mit mittlerer oder hoher Bildung. Ein Fünftel der Menschen, die Zugang zum Internet haben, gibt an, das Internet seit Beginn der Corona-Pandemie häufiger als zuvor zu nutzen. Insbesondere in der jüngsten Altersgruppe, den 46- bis 69-Jährigen, wird eine häufigere Internetnutzung berichtet. Hier gibt etwa jede vierte Person an, das Internet häufiger zu nutzen als vor der Corona-Pandemie. Bei den 76- bis 90-Jährigen gibt dies nur etwa jede achte Person an. • Am häufigsten wird das Internet für die Suche nach Informationen, die Pflege sozialer Kontakte sowie für Unterhaltung und Kultur genutzt. Weniger häufig nutzen Befragte im Vergleich dazu das Internet für Bankgeschäfte, für Einkäufe, für die Suche nach neuen sozialen Kontakten sowie zur Erzeugung eigener Inhalte. In allen untersuchten Bereichen ist zwischen 2017 und 2020 der Anteil der Personen gewachsen, die angeben, das Internet für den jeweiligen Bereich häufig zu nutzen. Besonders große Zuwächse sind dabei im Unterhaltungs- und Kulturbereich, bei der Suche nach neuen sozialen Kontakten und beim Online-Einkauf zu verzeichnen. Es bestehen weiterhin deutliche Altersunterschiede hinsichtlich der Art, wie Menschen das Internet nutzen. Menschen im Alter von 76 bis 90 Jahren, die Zugang zum Internet haben, nutzen es in allen betrachteten Bereichen weniger häufig als Menschen im Alter von 46 bis 75 Jahren. Besonders selten nutzen ältere Menschen ab 76 Jahren das Internet für Einkäufe. Bei der Internetnutzung zur Pflege bestehender sozialer Kontakte ist der Unterschied zwischen älteren Menschen und Menschen im mittleren Erwachsenenalter im Vergleich zu 2017 deutlich geringer geworden.
Erschienen
2021
Themen
Krisenbewertung & Lagebild
Krisenkommunikation
Vulnerable Gruppen
Herausgeber*innen
Deutsches Zentrum für Altersfragen (DZA)
Autor*innen
Kortmann, Lisa
Hagen, Christine
Endter, Cordula
Riesch, Julia
Tesch-Römer, Clemens